Feinerschließung im Wald mit Rückegassen/Rückewegen
Ein angepasstes Feinerschließungssystem ist die Grundlage für die bodenschonende und nachhaltige Bewirtschaftung von Waldbeständen. Rückegassen und Rückewege dienen Holzernte- und Rückemaschinen als dauerhafte Verbindungsachsen zwischen Lkw-befahrbaren Forstwegen und den Hiebsorten. Die Bodenbelastung durch die Forstmaschinen konzentriert sich damit ausschließlich auf ausgewiesene Gassen und Wege. Im LWF Merkblatt Feinerschließung werden Informationen, rechtliche Rahmenbedingungen und praktische Empfehlungen für die Planung und die Anlage eines bedarfsgerechten Feinerschließungssystems vorgestellt.
Mechanisierte Holzernte
In unseren Wäldern nimmt die mechanisierte Holzernte mit Harvestern und Rückezügen immer mehr zu. Viele Waldbesitzer können aus verschiedenen Gründen die Holzernte in ihrem Wald nicht mehr selbst bewerkstelligen und beauftragen dazu Unternehmer, sehr häufig läuft der Unternehmereinsatz im Vermittlung/Auftrag über die WBV. Vielen Waldbesitzern mangelt es außerdem an Übung beim Holzfällen, aus Arbeitsschutzgründen werden deshalb Unternehmer beauftragt.
Was sie als Waldbesitzer zu einer mechanisieren Holzernte wissen sollten, finden die im Wegweiser Mechanisierte Holzernte.
Bodenschutz beim Forstmaschineneinsatz
Die Forsttechnik entwickelte sich in den letzten Jahren immer mehr in Richtung "noch größer, noch schwerer, noch leistungsfähiger". Vielfach hat sie dabei Grenzen überschritten. Die Spuren, die Forstmaschinen im Wald hinterlassen, sprechen eine deutliche Sprache. Spuren sind zwar unvermeidlich, aber tiefgreifende Bodenschäden können nicht akzeptiert werden.


Wenn Forstmaschinen über Waldböden fahren,kann das zu nachteiligen Strukturveränderungen führen. Im schlimmsten Fall kommt es zu tiefen Fahrspuren, in denen sich das Wasser sammelt, sogenannten "Grundbrüchen". Nachteilige Veränderungen der Bodenstruktur entstehen dann, wenn die Last eines Fahrzeugs die Tragfähigkeit des Bodens übersteigt. Die Tragfähigkeit des Bodens wird maßgeblich von seiner Bodenart bestimmt. Grobkörnige, sandige oder steinige Böden können mehr Lasten tragen als feinkörnige Böden wie Lehme oder Tone. Die Tragfähigkeit hängt aber auch ganz wesentlich vom Wassergehalt ab. Je feuchter der Boden ist, desto leichter kann er verformt werden.
Aus der Größe und dem Gewicht einer Forstmaschine lässt sich nicht unmittelbar auf ihr Gefährdungspotential schließen. Entscheidend ist der Druck, den eine Maschine auf der Kontaktfläche zum Boden ausübt. Raupenfahrzeuge verteilen die Last auf eine viel größere Fläche als Radfahrzeuge. Durch eine größere Zahl von Rädern, durch breite Reifen und niedrige Luftdrücke in den Reifen kann die Last einer Radmaschine auf eine größere Fläche verteilt werden.
Um Bodenschäden zu vermeiden, ist es notwendig, die grundlegenden Vorgänge im System Boden - Maschine zu verstehen und die Möglichkeiten eines angepassten Maschineneinsatzes zu kennen.
Im LWF-Merkblatt 22 Bodenschutz beim Forstmaschineneinsatz werden Grundlagen und Empfehlungen aufgezeigt.
Eine flächige Befahrung des Waldbodens sollte von vorneherein ausscheiden, eine Feinerschließung mit Rückegassen ist unabdingbar.
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